Vorstand und Fraktion fordern weit reichende Konsequenzen für die deutsche und hessische Politik
„Wir sind erschüttert über die immer schlimmeren Bilder und Berichte, die uns zur Zeit aus Japan erreichen“, stellen Markus Hennemann und Tim Schmöker für Vorstand und Fraktion der SPD Bickenbach fest. „Da wir aus der Entfernung direkt nicht viel machen können, rufen wir alle Bickenbacherinnen und Bickenbacher dazu auf, die zahlreichen Hilfsorganisationen mit einer Spende zur unterstützen, damit sie den unzähligen Opfern in Japan helfen können. Eine Übersicht der Organisationen haben wir auf unserer Homepage www.spd-bickenbach.de bereitgestellt.“
Auf die deutsche und hessische Politik muss der Super-GAU im Kernkraftwerk Fukushima massive Folgen haben. „Diese Katastrophe ist ein Menetekel für die Nutzung der Kernernergie. In keinem Kraftwerk der Welt kann bei einer ähnlichen Verkettung unvorhergesehener Störungen ein ähnlicher Super-GAU völlig ausgeschlossen werden“, erklären Hennemann und Schmöker. „Daher muss am Ende aller Untersuchungen die sofortige und endgültige Abschaltung aller alten deutschen Kernkraftwerke – darunter auch Biblis A und B – stehen. Die neueren Anlagen müssen in Folge ebenfalls zügig vom Netz.“
Als Alternative sehen die Sozialdemokraten ein umfangreicheres Energieeinsparen und den Ausbau aller Arten regenerativer Energien. „Egal ob Wasser- oder Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse, der Bau von Pumpspeichern oder neuen Stromtrassen – hier müssen wir endlich stärker einsteigen. Gegebenenfalls muss der Bau auch gegen Bedenkenträger und Nein-Sager vor Ort durchgesetzt werden“, zeigen sich Schmöker und Hennemann entschlossen.
„Es war richtig, dass wir im April letzten Jahres mit dem Fahrrad an der großen Demonstration rund um das Kernkraftwerk Biblis teilgenommen haben. Leider wurden die zahlreichen Demonstranten damals weder von der schwarz-gelben Bundesregierung noch von der Landesregierung ernst genommen. Stattdessen folgte man allen Wünschen der Atomindustrie“, blicken beide zurück. „Nach den dramatischen Ereignissen ist dies – hoffentlich endgültig – anders. Es darf nicht nur bei dem angekündigten Moratorium bleiben.“
Auch in Bickenbach hatte sich die Gemeindevertretung in den letzten Jahren mehrfach mit der Situation rund um das Kernkraftwerk Biblis beschäftigt – immer auf Antrag von Komm,A. „Wir hatten dabei immer darauf gedrungen, dass es beim rot-grünen Atomkompromiss aus dem Jahr 2000 bleibt. Ein sofortiger Totalausstieg wäre genau so unverantwortlich wie die von schwarz-gelb beschlossene Laufzeitverlängerung bis zum Jahr 2035 und darüber hinaus. Diese Haltung war und ist richtig. Leider fand sich in der Gemeindevertretung für die entsprechenden Resolutionen nie eine Mehrheit“, stellen Hennemann und Schmöker abschließend fest.