Bickenbach als Lebensraum gestalten

Die Themen Wohnen, Umwelt und Verkehr müssen gemeinsam gedacht werden. In den nächsten Jahrzehnten werden aufgrund aktueller Prognosen etwa 300.000 Menschen zusätzlich in unsere Region ziehen – sicherlich auch einige nach Bickenbach. Daher müssen wir einerseits die Möglichkeiten schaffen, weiteren und vielfältigen Wohnraum in Bickenbach zu errichten. Andererseits müssen wir besonders darauf achten, die Attraktivität von Bickenbach nicht nur zu erhalten, sondern diese zu steigern. Hierzu gehört eine deutliche, ganzheitlich gedachte Verbesserung der Verkehrssicherheit durch Maßnahmen für den ruhenden und fließenden Verkehr, für Fußgänger, für Radfahrer und für den ÖPNV. Insgesamt müssen dabei die Aspekte des Umwelt- und insbesondere des Klimaschutzes bei allen Planungen berücksichtigt werden.

 

Der Verkehr in Bickenbach muss stärker geordnet und damit sicherer werden

Die immer schwieriger werdende Verkehrssituation in Bickenbach ist ein Thema, dass viele in unserer Gemeinde bedrückt. Viel zu oft kommt es zu gefährlichen Situationen für Fußgänger und Radfahrer im Ort. Letztendlich können wir alle nur von Glück reden, dass selten wirklich schlimme Unfälle passiert sind. Zahlreiche Bickenbacherinnen und Bickenbacher haben das bei den drei Verkehrsforen im Jahr 2018 deutlich gemacht.

Unser Bürgermeister Markus Hennemann möchte dieses Thema seit seiner Wahl aktiv angehen. Als Bürgermeister fällt ihm in diesem Bereich die alleinige sachliche Verantwortung zu. Leider konnte er dies in den letzten drei Jahren trotzdem nicht im größeren Umfang umsetzen, da eine Mehrheit von CDU und Komm,A in der Gemeindevertretung die finanziellen Mittel für ein Verkehrskonzept ganz gestrichen oder durch Sperrvermerke blockiert hat. Ohne finanzielle Mittel können Maßnahmen allerdings weder von Fachleuten geplant noch umgesetzt werden. Wir werden Bürgermeister Markus Hennemann daher mit ganzer Kraft darin unterstützen, dass er endlich die notwendigen Maßnahmen in Bickenbach angehen kann und die entsprechenden Mittel im gemeindlichen Haushalt schnellstmöglich bereitstellen.

In einem ersten Schritt soll dann zunächst die Verkehrssituation rund um die Kinderinsel entschärft und anschließend im gesamten Ort der ruhende Verkehr geordnet werden. Oberstes Ziel in allen Fällen soll sein, die Sicherheit im Straßenverkehr für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Radfahrer und andere schwache Verkehrsteilnehmer deutlich zu erhöhen. Dabei soll vermieden werden, dass die Situation zwar an einer kritischen Stelle verbessert wird, sich aber im Gegenzug an einer nur wenig entfernten anderen Stelle verschärft. Versetztes Parken, Einbahnstraßenregelungen, Halteverbote an unübersichtlichen Stellen und vor allem weiterhin eine konsequente Kontrolle durch die Kommunalpolizei sind unseres Erachtens mögliche Maßnahmen. Bei allen Planungen und Umsetzungen gilt es, die gesamte Situation im Blick zu haben – und dafür braucht Bürgermeister Markus Hennemann die finanziellen Mittel für einen professionellen Verkehrsplaner.

 

Radverkehr fördern

Teil dieses Verkehrskonzept muss unbedingt auch die Stärkung des Radverkehrs sein. Wir können uns vorstellen, dass durch die Ordnung des ruhenden Verkehrs und einer Ausweisung von Einbahnstraßen, in diesen Radwegstreifen möglich werden, welche die Sicherheit für Radfahrer – z.B. auch für Kinder auf ihrem Schulweg – erheblich verbessern könnten. Dies soll im Rahmen des Verkehrskonzeptes geprüft werden .

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die Gemeinde Bickenbach gut an den geplanten Radschnellweg Rhein/Main-Rhein/Neckar angebunden wird, insbesondere falls dieser knapp an Bickenbach vorbeiführen sollte. Ein Ausbau des „Schuldorfweges“ gemeinsam mit der Gemeinde Seeheim-Jugenheim oder der Ausbau des Radweges entlang des Beunewegs erscheinen uns hier unter anderem als geeignete Möglichkeiten.

 

Verbesserung des ÖPNV

Für den Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs sehen wir in Bickenbach an zwei Stellen konkreten Verbesserungsbedarf. Zum einen ist die Linienführung für die Busse nicht immer plausibel. Beispielsweise sollten unseres Erachtens die Busse vom Bürgerhaus zum Bahnhof die untere Waldstraße befahren und dann direkt in die Hartenauer Straße abbiegen. Die stark belastete Pfungstädter Straße würde somit deutlich entlastet.

Zum anderen haben die beiden Buslinie BE1 und BE2, die jeweils am Bickenbacher Bahnhof enden, derzeit eher den Zweck, die Menschen aus anderen Gemeinden zum Bickenbacher Bahnhof zu bringen. Die Belange von uns Bickenbacherinnen und Bickenbacher spielen beim Linienkonzept offensichtlich nur eine untergeordnete Rolle. Wir wollen bei der DADINA (dem Verkehrsverbund im Landkreis) erreichen, dass das Linienkonzept so angepasst wird, dass für uns Bickenbacherinnen und Bickenbacher ein höherer Nutzen entsteht. Dies sollte zunächst durch eine bessere Anbindung von Bickenbach an die Pfarrtanne, das Schuldorf und an Jugenheim erreicht werden.

 

Aktualisierung des Flächennutzungsplans

Der derzeit in Bickenbach gültige Flächennutzungsplan ist über 25 Jahre alt, stammt also aus dem letzten Jahrtausend. Dieser geht von einer deutlich kleineren Gemeinde Bickenbach aus und passt nicht mehr zu den heutigen Gegebenheiten.

Daher werden wir den Flächennutzungsplan in den nächsten beiden Jahren aktualisieren und dabei so gestalten, dass insbesondere zusätzliche Flächen für die mögliche Ansiedlung von Gewerbe und für den Wohnungsbau ausgewiesen werden. Erst dann haben wir in Bickenbach in den kommenden Jahrzehnten die Möglichkeit, auf den zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt in der gesamten Rhein-Main-Neckar-Region, aber auch auf Anfragen für weitere Gewerbeansiedlungen zu reagieren.
Für die konkrete Ausweisung von zusätzlichem Wohnraum sollte die innerörtliche Verdichtung, die ohne zusätzlichen Verbrauch naturnaher Flächen umsetzbar ist, Priorität haben.

 

Wohnraum schaffen in Bickenbach – vor allem auch bezahlbar

Mit der Umsetzung des Bebauungsplans für die „Neue Mitte“ werden in zentraler Lage in Bickenbach von privater Seite zirka 70 neue Mietwohnung geschaffen. Für zehn dieser Wohnungen ist eine Mietpreisbindung festgelegt. Damit gelingt es uns, zumindest einen Teil der Wohnraumnachfrage zu erfüllen. Es ist allerdings schon jetzt abzusehen, dass darüber hinaus in Zukunft weiterer Wohnraum in Bickenbach geschaffen werden muss. Priorität soll hier zunächst die Verdichtung innerorts haben. Dies ist nämlich ohne große Erweiterungen der gemeindlichen Infrastruktur möglich und erspart somit dem Steuerzahler erhebliche Kosten.

Als einzig mögliches Neubaugebiet ist derzeit die Erweiterung des Gärtnerweges in Richtung Bachgewann möglich. Dieses Bebauungsplanverfahren liegt seit 2014 auf Eis und soll nach Abschluss der „Neuen Mitte“ wieder aufgegriffen werden. Wir werden im Rahmen dieses Bebauungsplans eine größere Fläche für den sozialen Wohnungsbau ausweisen. Diesen werden wir auch finanziell, beispielsweise durch einen niedrigen Verkaufspreis des Grundstücks, fördern.

Auf Ebene des Landkreises Darmstadt-Dieburg werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, eine von unserem Landrat Klaus Peter Schellhaas vorgeschlagene kreisweite gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, die unter anderem in Bickenbach Projekte im sozialen Wohnungsbau professionell entwickeln, umsetzen und betreiben kann.

 

Wege im Bickenbacher Wald gestalten

Der Bickenbacher Gemeindewald dient uns vor allem als unser Naherholungsgebiet. Im Vergleich zu anderen Kommunen verdienen wir mit unserem Wald kein Geld. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Daher sorgen wir auch in den kommenden Jahren gemeinsam mit unserem Revierleiter von Hessen-Forst für regelmäßige Pflege- und Aufforstungsmaßnahmen und betreiben eine zukunftsfähige, nachhaltige Forstwirtschaft. Hierzu stellen wir die entsprechenden Mittel jedes Jahr im gemeindlichen Haushalt bereit.

Die jährliche Waldbegehung des Planungs-, Landwirtschaft- und Umweltausschusses ist in Bickenbach fest etabliert und muss auch in Zukunft beibehalten werden.
Nachdem vor zwei Jahren einige Waldwege überarbeitet und befestigt wurden, wollen wir, dass in unserem Gemeindewald geeignete Rundwanderwege für die ganze Familie ausgewiesen werden. In unserem Wald gibt es nämlich viele schöne Flecken, die es zu entdecken gilt.

 

Mehr Grün für Bickenbach

Die Gemeinde hat in den letzten beiden Jahren ein Konzept entwickelt, mit dem die gemeindlichen Grünflächen nachhaltig gepflegt und unterhalten werden können. Somit wird sich der Zustand des Straßenbegleitgrüns, zum Beispiel auf Verkehrsinseln, in Zukunft deutlich verbessern.

Ergänzend werden wir uns dafür einsetzen, dass brachliegende gemeindliche Flächen begrünt werden und beispielsweise als Blühwiese genutzt werden, um mehr Rückzugs- und Lebensraum für Insekten, beispielsweise Bienen und Käfer, zu schaffen.

Im Rahmen neuer Bebauungsplanverfahren werden wir das Anlegen naturnaher Flächen in den Gärten festschreiben. Hiermit dämpfen wir im Hochsommer die innerörtliche Aufheizung anstatt diese durch Steingärten zu verstärken.

 

Ökologische Energie für Bickenbach

Die Gemeinde Bickenbach bezieht derzeit teilweise Strom aus erneuerbaren Energien von unserem Energieversorger GGEW AG. Dies werden wir auf 100%-Ökostrom ausbauen. Außerdem haben wir bereits für Neubaugebiete die Nahwärmeversorgung durch zentrale Blockheizkraftwerke vorgeschrieben. Da wir seit 2020 anerkannte Klimakommune sind, wollen wir dies für zukünftige Neubaugebiete konsequent fortsetzen. Darüber hinaus werden wir prüfen, ob und in welchem Umfang wir die Nutzung von Photovoltaik- und solar-thermischen Anlagen in Neubaugebieten vorschreiben, um auch hier den Wandel hin zu erneuerbaren Energien zu forcieren.

Für bereits bestehende Gebäude existiert selbstverständlich ein Bestandsschutz. Gegebenenfalls können aber bestehende Bebauungspläne so angepasst werden, dass für künftige Neubauten die gleichen Anforderungen gelten wie für ein komplettes Neubaugebiet.

Selbstverständlich muss die Gemeinde Bickenbach an dieser Stelle mit gutem Beispiel vorangehen. Daher werden wir im Rahmen der Klimaanpassungsstrategie der Gemeinde prüfen, welche Dachflächen gemeindlicher Gebäude entsprechend genutzt, welche Gebäude sinnvoll isoliert und welche Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann. Die Möglichkeit, langfristig nicht nur CO2, sondern auch finanzielle Mittel einzusparen, halten wir in vielen Fällen für gegeben.

Zu den weiteren Teilen des Programms

Das soziale Bickenbach gestalten

Infrastruktur für die Zukunft gestalten

Gemeindliche Finanzen für die Zukunft fit machen

 

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